Triathlon WM Lausanne

Triathlon

Vorfreude auf den Wettkampf

Triathlon WM in Lausanne aus der Sicht eines Agegroupers

Nach 664 Lauf, 930 Rad und 63 Schwimm-Kilometer und gefühlten 200 km auf der Rolle dieses
Jahr sollte es für mich in die Schweiz nach Lausanne zur Triathlon Weltmeisterschaft über die
Sprint Distanz gehen.
Über ein Jahr hatte ich auf dieses eine Wochenende hin trainiert und wollte mindestens im
Mittelfeld in meiner Altersklasse (AK 35-39) landen.
Aus diesen Wunsch wurde leider, wie auch schon bei der Europameisterschaft in Weert nichts.
Damals machte mir die unglaubliche Gluthitze einen Strich durch die Rechnung, dieses Mal war es
eine Rückenverletzung 4 Wochen vor der Weltmeisterschaft.
Erst 4 Tage vor der Reise, haben die Physios grünes Licht gegeben und ich konnte bzw. durfte die
ersten Kilometer Laufen und Radfahren.
Aber so konnte ich die Reise ohne irgendwelchen Erfolgsdruck angehen.
Angekommen in Lausanne ging es gleich zum Hafen zur Flaggenparade. Es war unglaublich wie
viele Lande durch die Sportler repräsentiert wurden. Von Hongkong bis Malta über Bahrain war
alles vertreten.
Als Deutscher suchte ich erst einmal die deutschen Farben, leider war weder bei D wie Deutschland noch bei G wie Germany jemand zu finden. Ein kleiner Hinweis eines Dänen ergab, das ich zu A wie Allemagne gehen musste.
Es war ein unglaubliches Gefühl mit fast 3000 Athleten die Eröffnungsfeier mit den Nationeneinzug
zu zelebrieren.
Am nächsten Tag wurde es langsam ernst, gegen 09:00 Uhr war die Rennbesprechung und gegen 14:00 Uhr mussten die Räder eingecheckt werden. Zu dieser Zeit war auch schon klar, es wird sehr
wahrscheinlich ohne Neo gestartet, was ich als sehr gute Meldung empfunden habe. Das hieß aber
auch, dass es wieder auf der Strecke sehr warm werden wird (um die 30°C).
Am nächsten Tag gegen 11:15 ertönte dann der entscheidende Satz „On your marks“ und die Sirene ertönte. 98 Triathleten stürzten sich in die „Waschmaschine“ und heizten den Genfersee auf.
Jeder zurückgelegte Kilometer war ein Genuss. Unterwegs ging es mit fast 70 Stundenkilometer die Straßen runter, um dann auf die letzten 5 Laufkilometer an den jubelnden Zuschauer vorbei zu
laufen. Ich klatschte kleine Kinder ab, welche mir die Hand reichten. Nahm den einen oder anderen Athleten in den Arm und sprach ihnen aufmunternde Worte zu.
Nach über 1 Stunde und 22 Minuten oder anders ausgedrückt nach 18 Minuten Rückstand bin ich
zwar als 88 ins Ziel eingelaufen.
Aber am Ende muss ich sagen, auch wenn ich nie eine Medaille dort gewinnen werden, ist alleine
das Gefühl für Deutschland zu starten und der olympische Gedanke, dass was mich antreibt, wieder für einer Welt oder Europameisterschaft zu qualifizieren.
Patrick R.

Lohn aller Anstrengungen und Schmerzen